Magnetfeldanwendungen – welche Frequenzen gibt es?

Ein Artikel von Andre Rasche

Wer sich zum ersten Mal mit Magnetfeldanwendungen beschäftigt, stößt schnell auf Zahlenangaben: 7,8 Hz, 72,5 Hz, ein Bereich von 1 bis 1350 Hz. Dahinter steht eine Systematik, die sich erklären lässt.

Warum überhaupt verschiedene Frequenzen?

Ein Magnetfeldgenerator erzeugt kein konstantes Feld, sondern ein pulsierendes. Die Frequenz gibt an, wie oft pro Sekunde dieser Puls wechselt. Bei 10 Hz sind es zehn Wechsel, bei 400 Hz vierhundert.

Der Gedanke dahinter: Biologische Systeme arbeiten selbst rhythmisch. Herzschlag, Atmung, Hirnströme, der Schlaf-Wach-Rhythmus, alles folgt einem Takt. Die Annahme der Methode ist, dass unterschiedliche Frequenzbereiche unterschiedliche dieser Rhythmen ansprechen.

Diese Annahme ist in der Schulmedizin nicht anerkannt. Sie ist aber der Grund, warum in der Magnetfeldanwendung mit verschiedenen Einstellungen gearbeitet wird und nicht mit einer einzigen.

Die Schumannfrequenz: 7,8 Hz

Eine Frequenz sticht heraus. 7,8 Hz ist die Grundfrequenz der sogenannten Schumannresonanz, einer stehenden elektromagnetischen Welle zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre. Sie entsteht durch Blitzentladungen und ist damit ein natürliches Phänomen, das die Erde ständig umgibt.

Der Physiker Winfried Otto Schumann sagte sie 1952 theoretisch voraus, kurz darauf wurde sie messtechnisch bestätigt.¹

Auffällig ist die Nähe zum Alpha-Bereich der menschlichen Hirnströme, der etwa zwischen 8 und 12 Hz liegt und mit entspannter Wachheit verbunden wird. Aus dieser Übereinstimmung leitet sich die Bedeutung ab, die der Schumannfrequenz in der Magnetfeldanwendung zugeschrieben wird. Sie dient als Grundeinstellung vieler Geräte.

Wellenschaukel und feste Frequenz

In der Praxis wird auf zwei Arten gearbeitet.

Die feste Frequenz gibt über die gesamte Anwendungsdauer denselben Wert aus. Das ist die gezielte Variante.

Die Wellenschaukel, in der Gerätesprache Bal, durchläuft in der Anwendungsdauer mehrmals den gesamten Frequenzbereich. Sie wird als Basisanwendung eingesetzt, wenn keine bestimmte Frequenz im Vordergrund stehen soll.

Eine Zwischenform ist die Wellenschaukel um einen Wert, in der Gerätesprache Nut. Sie schwingt um eine spezifische Frequenz herum, üblicherweise mit ± 4 Hz. Das ist gezielter als die volle Schaukel und breiter als ein fester Wert.

Häufig werden mehrere Einstellungen nacheinander durchlaufen, jede für eine Einheit von 15 Minuten.

Woher das Wissen über einzelne Frequenzen stammt

Hier gibt es zwei Quellen, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.

Erfahrungswissen. Über Jahrzehnte haben Anwenderinnen und Anwender beobachtet, welche Einstellungen sich in welchen Zusammenhängen bewährt haben. Dieses Wissen ist umfangreich, es ist weitergegeben und verfeinert worden, und es ist die Grundlage vieler gebräuchlicher Einstellungen. Was es nicht ist: kontrolliert überprüft.

Publizierte Untersuchungen. Zu pulsierenden elektromagnetischen Feldern, im Englischen PEMF, existiert eine umfangreiche Literatur, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht.

Am besten untersucht ist PEMF im Bereich der Knochenheilung, wo entsprechende Geräte auch in der konventionellen Orthopädie eingesetzt werden. Die Ergebnisse sind uneinheitlich: Bei verzögerter Bruchheilung und Pseudarthrosen liegen Hinweise auf einen Nutzen vor²,³, bei frischen Frakturen fanden kontrollierte Studien überwiegend keinen Unterschied zu einer Scheinbehandlung. Das zeigt zweierlei: Elektromagnetische Felder können unter bestimmten Bedingungen biologische Prozesse beeinflussen, und die Bedingungen sind entscheidend.

In anderen Anwendungsbereichen ist die Studienlage dünner, und die Qualität der Untersuchungen schwankt erheblich.

Für die Praxis heißt das: Ein Teil der Einstellungen lässt sich auf Publikationen stützen, ein anderer Teil auf Erfahrung. Wer damit arbeitet, sollte wissen, welche Grundlage im Einzelfall vorliegt.

Wo die Angaben zu finden sind

Eine vollständige Übersicht der Frequenzeinstellungen mit Angabe der jeweiligen Wissensgrundlage und einem Literaturverzeichnis enthält das Fachbuch „Gesundheit durch Magnetfeldtherapie“. Es richtet sich an Anwenderinnen und Anwender, die mit der Methode arbeiten.

Quellen

¹ Schumann, W. O.: Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7, 1952

² Griffin, X. L. et al.: Electromagnetic field stimulation for treating delayed union or non-union of long bone fractures in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2011, CD008471

³ Peng, L. et al.: Effectiveness of Pulsed Electromagnetic Fields on Bone Healing. A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Bioelectromagnetics, 2020

Hinweis

Dieser Beitrag beschreibt die Systematik einer Methode aus der Erfahrungsheilkunde. Die Magnetfeldanwendung ist in der Schulmedizin nicht anerkannt und ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.